icon_user_group.jpgBiPRO normiert die geschäftsübergreifenden Prozesse in der Industrie- und Gewerbeversicherung

Das Brancheninstitut für Prozessoptimierung (BiPRO e.V.) nimmt sich vor, die Abläufe in der Industrie- und Gewerbeversicherung zu normieren. Ende Oktober 2015 war der Startschuss des neuen Projektes „Prozesse Industrie- und Gewerbeversicherung I“ (ProIG), welches eine Dauer von einem Jahr hat. Ziel des Projektes ist die Optimierung der Prozesse in der Administration von Versicherungsverträgen im Bereich Industrie und Gewerbe. Dies geschieht unter Einbeziehung aller Marktteilnehmer: Versicherungsnehmer, Makler und Versicherer, sowie die Softwarehersteller und Dienstleister. Diese setzen große Hoffnungen in die neuen Standards des Brancheninstituts für Prozessoptimierung, um die Industrie- und Gewerbe-Prozesse effizienter zu gestalten für mehr Transparenz und nachhaltig niedrigere Verwaltungskosten.

diagramm_tn_industrie_19112015_0.pngDerzeit engagieren sich 23 Unternehmen mit über 40 Teilnehmern – davon 7 Versicherer, 4 Makler, 6 Maklerverwaltungsprogramm-Hersteller, 2 Verbände/Vereine sowie 4 Dienstleister – im ProIG-Projekt und gestalten somit gemeinsam die BiPRO-Normen in diesem Bereich. Namhafte Versicherer und führende Maklerhäuser aus der Industrieversicherung traten 2014 an den Verein heran, um ein Projekt zur Normierung der unternehmensübergreifenden Prozesse im Bereich Industrie- und Gewerbegeschäft zu initiieren. Im März 2015 trafen sich diese in einem Workshop und bildeten eine Kerngruppe für das Projekt, formulierten Ziele und die Projektanforderungen.

Die Bestandsprozesse, die Jahresabfragen und die Stichtagsmeldungen sowie die Risikoerfassung (Risikofragebögen) wurden von den Workshop-Teilnehmern als die Prozesse identifiziert, in die eine Standardisierung a la BiPRO Sinn macht und den größten Mehrwert erwarten lässt. Es wurde ein zwei-stufiges Projektverfahren beschlossen, um diese Themen schrittweise zu adressieren. Demnach sollen zunächst in einem ersten Projekt die Bestandsprozesse, einschließlich die Jahresabfragen und Stichtagsmeldungen, angegangen werden. Im Anschluss soll das Folgeprojekt ProIG II gestartet werden, welches sich auf die Risikofragebögen fokussiert.

Aus zwei Gesichtspunkte ist diese Projekt-Reihenfolge sinnvoll: zum einem spricht die geringere Komplexität des Datenmodells bei den regelmäßigen Abfragen und Meldungen gegenüber den Risikoerfassungsbögen für einen leichteren Einstieg in die Thematik; zum anderen bringt die höhere Frequenz der Bestandsprozesse gegenüber dem Neugeschäft einen größeren „Digitalisierungsmehrwert“ für alle Beteiligten. Ziel der Projektteilnehmer ist es, eine Norm zu entwickeln, welche die Prozess-Schnittstellen und die Orchestrierung der Prozesse zwischen Vermittler, Makler und Versicherer abbildet.

Das neue Projekt soll auch auf der Arbeit der vorherigen Projekte aufbauen, wo bereits bestimmte Anforderungen aus dem Gewerbe-Neugeschäft abgebildet sind. So werden existierende BiPRO-Normen aus dem Bestandsbereich (ÜvB), Daten und Dokumentenübermittlung (Maklerpost) und Tarifierung (TAA) für die Projektarbeit Anwendung finden. Nutzbar für das Industrie- und Gewerbegeschäft sind auch Normen aus den Projekten Vermittlerabrechnung (VA) und Schaden (MSB).

Projektstartschuss war am 21. Oktober in der Düsseldorfer Geschäftsstelle des BiPRO e.V. Für BiPRO-Einsteiger und Interessenten wurde vom Verein zusätzlich am 20. Oktober 2015 ein Projekteinführungstag, zur Vorstellung der Anforderungen, Normen und Projektinhalten angeboten.

bild_vom_industrie_workshop_0.jpgIm ersten Projektmeeting wurden die Gesamtprozesse in der Gewerbe- sowie der Industrieversicherung zusammengetragen und dargestellt. Darauf aufbauend werden von den Teilnehmern die Prozesse konkret definiert, welche im Zuge des Projekts standardisiert werden sollen. Als die im Fokus stehenden Geschäftsprozesse werden vor allem die regelmäßigen Anfragen und Meldungen innerhalb eines Geschäftsjahres über alle wichtigen Sparten – Feuer, Sach, Haftpflicht, TV, Transport, BU, EC – betrachtet. Im Projekt ist weiter zu klären, wie weit diese Sparten aufgefächert werden. Die Abgrenzung zwischen Industrie- und Gewerbegeschäft wird während der weiteren Prozessanalyse geschehen. Gleiches betrifft die Frage, wie internationales Geschäft und die entsprechenden Akteure im Datenmodell abgebildet werden können.

Der Projektantrag wurde im zweiten Meeting, Ende November, finalisiert. Vorgesehen sind insgesamt sechs zweitägige Projektmeetings bis September 2016. Die ersten Normbeschlüsse sind für Ende 2016 anvisiert.

Anmeldung zum Projekt noch möglich!
Haben Sie bzw. Ihr Unternehmen Interesse an einer Projektteilnahme und somit der Prägung des Branchenstandards im Bereich Industrie- und Gewerbe?
Für Anmeldungen bzw. Fragen steht Ihnen gern Petra Rosenbauer, Projektleiterin BiPRO e.V. unter Tel.: 0211 690 750-12 bzw. E-Mail: rosenbauer@bipro.net zur Verfügung. Weitergehende Informationen zu dem neuen BiPRO-Projekt erhalten Interessierte auf www.bipro.net.

Registrierte BiPRO-Mitglieder und Projektteilnehmer finden hier das Protokoll sowie die Vorträge der ersten Projektmeetings: zur Projektseite.